In den letzten zehn Jahren ist uns vieles gelungen. Unsere Mitglieder arbeiten oder absolvieren Ausbildungen. Sie haben hier Fuß gefasst und sprechen gut Deutsch.

Nach langem Warten und Bangen konnten fast alle Männer ihre Familien nachholen. Deren Start war während der Zeit der Pandemie nicht einfach. Wir helfen diesen Frauen und Kindern nun, sich hier zu beheimaten.

Wir organisieren nach wie vor ehrenamtlich unseren Deutschkurs dreimal pro Woche. Darüber hinaus betreiben wir einen Diskussionsklub und verbringen zwei Samstage pro Monat gemeinsam in unseren Vereinsräumlichkeiten in der Kalvarienberggasse 23. Neu ist unser Kinderklub für kreative Aktivitäten und Exkursionen.

Jeden Juni fahren alle Aktivist:innen für ein Wochenende aufs Land. Dort können wir diese große Familie genießen und auch Pläne für das nächste Jahr schmieden. Auch die jährliche Geburtstagsfeier und unser legendäres Weihnachtsfest gehören zu unseren fixen Ritualen.

Im Sommer vermitteln wir Feriencamps oder die Teilnahme an der Kinder-Uni für die Kinder.

Unsere Praktikant:innen für die Psychotherapieausbildung unterstützen Familien und Einzelpersonen und erwerben interkulturelle Kompetenz. Dafür stellen wir Supervision bereit.

Wir vergeben kleine Darlehen für Kaution oder Führerschein.

Über unsere zahlreichen Aktivitäten und Angebote erfahren Sie in unseren Jahresberichten oder auf Facebook und Instagram mehr.

Wir sind sehr flexibel und helfen dort, wo es gebraucht und erwünscht ist.

Und wir feiern viel und gerne!

 

Der YAW Deutschkurs – ein bewährtes Format und doch ein Projekt in ständigem Wandel

Als im Jahr 2015 der Verein you-are-welcome beschloss, gratis Deutschkurse für jene Menschen anzubieten, die unter teils unsagbaren Strapazen vor Krieg und Verfolgung in ihren Heimatländern (vor allem aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran, aber auch aus Tadschikistan und anderen Ländern) flüchten mussten, da wurden wir beinahe gestürmt von unzähligen jungen aber auch älteren Männern mit Gesichtern, in denen sich Verzweiflung und der Horror der durchlebten Flucht genauso widerspiegelten wie die Angst vor dem Neuen, aber auch die Zuversicht und der unbändige Wille, sich nicht unterkriegen zu lassen, es hier zu schaffen, hier eine neue Heimat zu finden.

In den vergangenen 10 Jahren haben wir also mit wechselnden ehrenamtlichen Lehrern und vor allem Lehrerinnen unser Bestes gegeben, diese Menschen dabei zu unterstützen, durch Erlernen der deutschen Sprache, dieses Ziel erreichen zu können. Viele, sehr viele von ihnen konnten wir in diesen Jahren von null Deutschkenntnissen über A1 und A2 Niveau bis zur B1 oder sogar B2 Stufe bringen, vielen gelang es, dadurch einen guten Job zu bekommen, sodass sie schließlich sogar ihre Familien nachholen konnten. So haben sich schrittweise auch unsere Deutschkurse verändert und den neuen Erfordernissen angepasst: Mittlerweile besuchen weit mehr Frauen als Männer unseren Deutschkurs und nutzen freudig in lockerer und entspannter Atmosphäre unsere inzwischen vielfältigen Angebote.

Nach wie vor bieten wir jeden Dienstag von 10h30 bis 12h30 eine Art „klassischen Sprachkurs“ an, wo wir gemeinsam auf möglichst spielerische und vergnügliche Weise den Tücken der deutschen Grammatik die Stirn bieten und versuchen, uns in der unendlichen Vielfalt des deutschen Vokabulars zurechtzufinden. Ein Schüler meinte einmal dazu sehr treffend: „So alt kann ich gar nicht werden, bis ich richtig Deutsch kann!“ Wichtig ist uns beim gemeinsamen Lernen jedenfalls immer, dass wir dabei Spaß haben und dass Fehler gemacht werden müssen, weil wir nur aus ihnen lernen können.

Zusätzlich zu diesem „Stammkurs“, der von mir selbst seit mittlerweile 10 Jahren abgehalten wird, bietet meine Kollegin seit beinahe 5 Jahren jeden Mittwoch von 10h30 bis 12h30 einen Zusatzkurs mit dem Titel „Deutlich sprechen – flüssig reden an. Hier wird über aktuelle Tagesthemen genauso begeistert diskutiert wie Alltagsszenen (beim Einkaufen, beim Arzt, in der Straßenbahn, etc.) durchgespielt werden. Da viele der Teilnehmer:innen am Vormittag nur schlecht Zeit haben, hat ein langjähriges Vereinsmitglied im vergangenen Jahr noch einen dritten Deutschkurstermin ins Leben gerufen: Seit 2024 gibt es jeden Dienstagabend von 17h30 bis ca. 19h30 eine Gesprächsrunde, die teilweise auch an anderen Orten als dem Vereinslokal abgehalten wird (u.a. in der Hauptbibliothek oder auch am Christkindlmarkt am Rathausplatz) oder wo einfach gemeinsam Gesellschaftsspiele gespielt werden und so auch die Alltagssprache vermittelt und gefestigt wird.

Was allen drei Kursen gemeinsam ist, ist die bunte Vielfalt, die ihren Ursprung in den so unterschiedlichen Herkunftsländern unserer Teilnehmer:innen hat, sodass der einzig logische gemeinsame Nenner Deutsch ist. Das kann zeitweise schon dazu führen dazu, dass bei Unklarheiten jede(r) versucht, dem oder den anderen weiterzuhelfen und Erklärungen in den unterschiedlichsten Teilnehmersprachen durcheinanderprasseln. Dann wird gelacht und im Zweifelsfall mit Händen und Füßen erklärt oder der jeweilige Begriff an die Tafel gezeichnet. Derart erlernte Vokabel oder auch Grammatikregeln bleiben auf jeden Fall fest im Gedächtnis verankert.

Was unsere Kurse so besonders macht, ist die große Flexibilität, mit der die Unterrichtenden sich auf die jeweiligen Bedürfnisse und Interessen der Teilnehmer:innen einstellen und an sie anpassen. Wir arbeiten nicht nach bestimmten Büchern oder Lehrwerken, sondern stellen unsere Materialien anlassbezogen selbst zusammen und lockern unseren Unterricht auch sehr gern durch Ausflüge auf, sei es ins Grüne oder auch zu den Sehenswürdigkeiten und/oder Einrichtungen unserer Stadt; wir veranstalten darüber hinaus Workshops zu Themen wie Selbstschutz & Selbstverteidigung aber auch Schmuckherstellung, Musik aus der Heimat und Kochen waren schon beliebte Themen für derartige Veranstaltungen.

Auch wenn die Teilnehmerzahl in unseren Kursen bei weitem nicht mehr die Rekorde der ersten Jahre erreicht, so sind die kleinen aber feinen Runden, in denen wir unsere Kurse abhalten, sowohl für die Lernenden als auch für die Lehrenden zu einem festen Bestandteil des sozialen Alltags geworden, eine Einrichtung, auf die unsere Teilnehmer:innen auch nach Jahren noch immer wieder gern zurückkommen, sei es, um ihre Kenntnisse wieder aufzufrischen oder auch um alte Freunde und Freundinnen wieder zu treffen. Wir sind für unsere Teilnehmer:innen nämlich so etwas wie eine zweite Familie geworden – und darauf sind wir alle (mit Recht!) sehr stolz. UND wir sind eine Familie, die sich über jeden Zuwachs, sei es bei den Lernenden aber auch bei den Lehrenden, sehr freut! Wer für sich und mit uns gern derartige Erfahrungen machen will und bereit ist, sich das Unbekannte vertraut zu machen, ist bei uns herzlich willkommen! Wir freuen uns über jede Anfrage.

 

Ausflüge, Besuch des Parlaments, Corona-Impf-Kampagne, Deutschkurs, Feste feiern, Hilfe vor Ort, Hilfstransporte, Katastrophenhilfe nach Überschwemmung in Niederösterreich, Kinderklub, Kinder-Uni, Konversation, Mathematikkurs, Medienworkshop, Museumsbesuche, Muttersprachliche Kompetenz erwerben, Schwertkampf für Frauen, Sommercamp für Kinder, Theateraufführung, Weihnachtsfeier, Werwolf spielen u.v.a.m.